Die Heuchelei mit der Kreisfreiheit…

(29.KW – 13. bis 19.Juli 2015)

… da war doch mal was? Ein Aufschrei der Entrüstung bei ganz vielen „Lokal-patrioten“, ein Schulterschluss von Leuten, die sich sonst nicht mit dem Hintern anschauen möchten… und Mitläufertum, Heuchelei, Halbwissen, Ideologie…

Und ich sollte mich fast wie ein Verräter fühlen, nur weil ich der Meinung war (und bin), dass die Welt nicht untergehen dürfte, falls es zur „Einkreisung“ kommt und dass man doch erst einmal Argumente austauschen müsse…

2015.07.11 Rougk Kreisfreiheit oder TodUnd jetzt schreibt Benno Rougk Erstaunliches. Von „Eiferertum, undenkbaren Allianzen“ und man solle nicht so tun, als „drohe der Untergang“. Verweist auf die enorme Schuldenlast der Stadt und bringt das Beispiel Eisenach, das im Übrigen immer noch existiert – trotz des Verlustes der Kreisfreiheit.

Tja – ich sehe das genauso. Und verweise gern auf meinen Blogeintrag aus der 50. KW vergangenen Jahres. Schon da fand ich die Kreisfrei-Kampagne  heuchlerisch. Es geht um Verlustängste Einzelner – Verlust an Macht, Einfluss, Vorteilen aus Vetternwirtschaft und gegenseitig zugeschanzten Aufträgen… Nicht um das Beste für die Bürger. Davon bin ich überzeugt.

Franks Beatkiste – Sendung Nr. 22 vom 26.07.20215

Vom Ostrock-Museum in Kröpelin über Dorfrock in Schmadebeck geht es bis zum Ausblick auf das Bluesfestival in Milow am 14. August. Mit interessantem O-Ton vom Interview mit Toni Krahl, das Internetradio Warnow-Rostock mit der Beatkiste zusammen geführt hat.

City ist also ein Schwerpunkt – als Beispiel dafür, wie Ostrock lebt und wie das Lebensgefühl im Osten musikalisch und textlich brilliant umgesetzt werden kann. Getreu der Textzeile: „Weil die Erde eine Kugel ist, was man leicht beweisen kann, kommt jeder der straff nach Westen marschiert im Osten wieder an.“

Im zweiten Teil der Beatkiste geht es um Monokel als ein Vertreter der DDR-Bluesszene, bereichert um Stücke der Jonathan Blues Band und von Zenit. „Speiches Monokel“ am 14. August in Milow live zu erleben, sollte man sich nicht entgehen lassen – Franks Beatkiste wird dabei sein! Vielleicht sehen wir uns.

Zum Abschluss schon mal ein Ausblick auf die nächste Beatkiste, die sich den 70`ger und 80`ger Jahren in Ungarn widmen wird.

Die Sache mit der Balance …

(28.KW – 6. bis 12.Juli 2015)

… ist mein täglich Brot. Ich arbeite in der beruflichen Rehabilitation, ständig erlebe ich die Geschichten von Überlastung, mangelnder Abgrenzungsfähigkeit, wenig Selbstvertrauen, fehlenden Regenerationstechniken … und und und. 4.0M DigitalCAM

Dann schaue ich auf mein volles pralles Leben und die vielen Dinge, die ich tue.

Die ich gern tue und die ich nicht missen möchte. Und ich bin froh, in der Balance zu sein.

Griechenland in aller Munde…

(27.KW – 29. Juni bis 5.Juli 2015)

… und die meisten Menschen bilden sich ein, sich ein Urteil erlauben zu können. Stammtischparolen haben Hochkonjunktur, als ob ausgerechnet die Meister dieser Kommunikationsform schwierige ökonomische Zusammenhänge begreifen könnten. Ich kann es jedenfalls nicht wirklich, nicht so umfassend, um mir ein Urteil bilden zu können. Ich halte es da mit dem von mir verehrten Captain Picard: „Ich brauche mehr information“.  Was ich aber glaube und wovon ich überzeugt bin:  Die „einfachen Leute“ in Griechenland können nichts dafür, die werden vom Euro ebenso gebeutelt wie von ihrer vorherigen oder womöglich kommenden Währung…  Und deshalb ist es Unsinn, pauschal gegen „die Griechen“ zu wettern. In Griechenland gibt es die armen Schweine auf der einen Seite und die Drecksäcke auf der anderen, ebenso wie bei uns und überall woanders. Erst mal einen Ouzo trinken…

Franks Beatkiste – Sendung Nr. 21 vom 28.06.2015

Ich widme mich diesmal der ungarischen Beatszene, die für mich vor allem in den siebziger und achtziger Jahren ein Quell musikalischer Inspiration war. Und nicht nur aus Ermangelung an Zugang zu Westmusik und -platten, sondern weil die Ungarn wirklich eine eigenständiges und vielfältiges Angebot hatten. Es gab neben beständigen Bands mit vielen Plattenproduktionen auch viele personelle Umbesetzungen, ständig neue interessante Projekte und Bands, die Produktionen waren soundtechnisch auf internationalem Niveau, war Ungarn doch lange nicht so abgeschottet vom „nichtsozialistischen Ausland“ wie die DDR. Zudem liebe ich diese eigenwillig schöne Sprache …

In der 21. Beatkiste schaue ich – in Weiterführung der letzten Sendung, die sich ja mit den Anfängen der Beatmusik in der DDR in den Sechzigern beschäftigte – auf die entsprechende Entwicklung in Ungarn. Drei Bands sind da vor allem zu nennen, Illes, OMEGA und Metro. Während ich von letzterer leider nur eine einzige Aufnahme habe, gehe ich intensiver auf Illes – die Kultband der Sechziger – und OMEGA ein. Spätestens bei diesem Namen erinnern sich auch viele Leute, die ansonsten die Ostmusik eher am Rande wahrgenommen haben, denn OMEGA war in den siebziger und achtziger Jahren ein musikalisches Schwergewicht und hat bis heute eine treue Fangemeinde.

Wagt also mit mir einen Blick in die Anfänge der Beatmusik in Ungarn, ein interessantes Stück Musikgeschichte mit Illes und Omega, das seine Fortsetzung in einer unglaublich vielfältigen Szene finden wird, der ich mich in weiteren Sendungen unbedingt widmen möchte – ich nenne nur mal ein paar Namen: Fonograf, LGT, Skorpio, General, Piramis, V-Moto Rock, Edda, Hungaria, Bergendy und und und…

Viel Spaß!

Wenn die Ungeduld steigt…

(24.KW – 8. bis 14. Juni 2015)

… ist das kein gutes Zeichen. Seit Monaten gerät die Flüchtlingsproblematik nicht mehr aus den Schlagzeilen. Menschen sterben an den europäischen Grenzen auf der Flucht vor Krieg und Elend. In Europa führt ihr Schicksal zu hitzigen Diskussionen, zu Widerstand, aber auch zu Solidaritätsbekundungen. Die Kommunen stöhnen wegen der finanziellen und sozialen Belastung, der „einfache Mann von der Straße“ (oder auch die Frau) steht – sofern nicht fest im „Gutmenschen- oder Antiflüchtlingslager“ verwurzelt – zwischen den Fronten. Ich hatte letztens auch keine Geduld mehr. Zum x-ten Mal kamen in den Nachrichten Meldungen von Bedenken wegen weiterer Flüchtlingsströme und ebenso wiederkehrend kam der Kommentar: „Das ist ja auch verständlich … Und mir wurde wieder klar, dass natürlich die Lösung der Existenzprobleme von Menschen ganzer Gebiete, ja ganzer Länder nicht sein kann, ihr Land mordenden Extremisten zu überlassen und komplett auszuwandern. Aber ich kann jeden armen Menschen verstehen, der auf der Suche nach etwas Glück flieht, was bleibt ihm denn anderes übrig.

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