Archiv der Kategorie: Nachrichten aus der Provinz

Eine unstete Zeit…

(44. – 48. KW November  2015)

… liegt hinter mir und uns und ist sicher noch nicht zu Ende. Eine Flüchtlingsbewegung hält uns in Atem, die historische Ausmaße hat, ich habe den Job gewechselt und werde morgen – an meinem 56. Geburtstag – meinen letzten Arbeitstag im BTZ haben. Über 9 Jahre in der beruflichen Rehabilitation für Menschen mit psychischen Erkrankungen – ich habe sehr viel gelernt in dieser Zeit und es hat mir großen Spaß gemacht.

In dieser Zeit ist so viel geschehen, dass ich mich im nächsten Monat sicher einmal zu einem längeren Rückblick hinsetzen werde.

Erst einmal freue ich mich auf meine neue Arbeitsstelle, die mich nun mehr in das SGB XII führen wird, viele regionale Akteure kenne ich schon, viel Neues werde ich kennen lernen. So geht ein bewegtes Jahr, ein aufregender Monat, eine spannende berufliche Tätigkeit und nicht zuletzt auch ein weiteres Lebensjahr zu Ende…

Kollektiver Taumel …

(40. KW – 28.September bis 4. Oktober 2015)

… war mir schon immer suspekt und ist es heute noch. Auf jedem Fernsehkanal deutsch-deutsche Geschichten und die Masse im Einheitstaumel.

Ohne Frage, der 3. Oktober ist ein wichtiges Datum. Der Beitritt übrigens der DDR zur BRD, keine gleichberechtigte Vereinigung von West und Ost. Wie das Saarland seinerzeit… Sollte man nicht ganz vergessen. Bei allem Taumel.

Ich habe den Tag übrigens aktiv genutzt und ganz schön was geschafft. Also ein guter Tag.

Apropos Dummheit…

(39. KW – 21. bis 27.September 2015)

.. um an den letzten Blogeintrag anzuknüpfen. Da ging es um Leute, die in Versammlungen sitzen und im Bemühen, sich als  am Gemeinwohl interessiert zu präsentieren, doch nur ihre narzistischen und egoistischen Ziele verfolgen und um die Frage: Warum tue ich mir das an?

Und als hätte sich jemand Sorgen gemacht, mir könne der Stoff ausgehen, hat er mir die Dummheit wieder über den Weg geschickt. Auf dem Parkplatz am Einkaufszentrum Wust. Wir kommen vom Einkauf zurück, da hat mich einer zugeparkt, weil er keine Parkfläche nutzte, sondern sich direkt hinter mich auf den Zufahrtsweg stellte. Ich hatte echt Mühe, ohne den Wagen zur Linken oder das Metallgeländer zur Rechten zu touchieren, rückwärts auszuparken. Kommt ein Mann von links und zeigt einen Vogel. Ich denke noch, der wird sicher den Fahrer des Audi hinter mir meinen, der sich so dämlich hinstellt, aber nein, er meinte mich. „Du bist zu blöd zum Fahren“ brüllt er mich an.  Ja, der meinte wirklich mich und war sauer, weil er kurz warten musste. Nun mache ich mir durchaus Gedanken, wenn mich jemand kritisiert, selbst wenn die Kritik so unqualifiziert daherkommt. Ich gehe also in mich und frage mich, bin ich tatsächlich ein schlechter Fahrer? Ich komme allerdings nach Sichtung der verdammt engen Räume zum Ausparken sofort zum Schluss – nein, daran liegt das hier nicht.  Das muss der Mann doch sehen, das ist doch Fakt…

Aber da sagt meine Frau zu mir: „Der ist doch selbst aus dem Audi gestiegen, das ist der Zuparker.“ Ach so, na dann ist er ja befangen, selber einen Fehler zugeben, macht ja kaum einer. Meine Frau fragt noch, warum ich ihm nicht gebührend geantwortet habe, so in der Art „Bist Du bescheuert?“. Ich überlege kurz: Die Frage wär`ja rein rhetorisch, mit ja hätte der sicher nicht geantwortet. Und weil er überzeugt davon ist, der Gute (zumindest Fahrer) zu sein und ich der Idiot, wäre jeder Satz verschwendete Energie, eher noch Öl auf sein Ego-Feuer gießen.  Hmm, ja, stimmt auch. Andererseits … Interessant wär`eigentlich nur, ob der Mann, wenn er so ganz allein für sich ist, weiß und wenigstens sich selber zugibt, dass nicht der andere „zu blöd zum Fahren“ war, sondern er als Zuparker der Verursacher. Aber wenn ich es mir genauer überlege… ich glaub`s eher nicht. Womit wir wieder bei meinem Vater wären – „Gegen Dummheit…usw“.

Warum tue ich mir das an?

(38. KW – 14. bis 20.September 2015)

Ich bin in meiner Heimatstadt kommunalpolitisch aktiv. Das sagt zunächst mal noch nicht viel aus, je nach Leser sind hier Reaktionen von „Hat der nichts Besseres zu tun?“ bis zu „Will sich da einer profilieren?“, „Braucht der Geld?“ oder mitleidvolles „Vielleicht hat er eine masochistische Ader“ möglich. Oder gar Anerkennung, wobei das sicher eine seltene Reaktion sein dürfte.

Ich denke, sich ab und zu selbstkritisch zu hinterfragen, sich über seine Motive, Wünsche, vielleicht auch unbewussten Anteile Gedanken zu machen, ist wichtig, kann nicht nur hilfreich, sondern erhellend und mitunter auch lustig sein.

Das tue ich manchmal, das hat auch schon zu bewusstem Verändern meiner Prioritäten geführt, zum Erkennen von Sackgassen, in denen ich steckte, von Irrwegen oder dem Nachjagen unerreichbarer Illusionen.

Wenn ich dann, wie in dieser Woche wieder geschehen, in einer Versammlung sitze und mich frage, warum ich mir das in meiner wertvollen Freizeit eigentlich antue, hilft nur eine ehrliche Antwort an mich selbst. Warum also? Weil ich mich aktiv an der Gestaltung des Gemeinwesens beteiligen wollte und will. Ist es so? frage ich mich. Und kann mir mit ruhigem Gewissen mit einem klaren „Ja“ antworten. Das beruhigt mich angesichts der Effizienz meiner Bemühungen, die oft genug gegen Null tendiert… Aber dann fällt mir ein Spruch meines Vaters ein, den er seinerzeit gern zum Besten gab: „Gegen Dummheit, mein Sohn, kämpfen selbst Götter vergebens“.  Recht hatte er. Also orientiere ich mich nicht am vergeblichen Kampf gegen Dummheit, sondern am Versuch der Mitwirkung. Auch wenn es einem „die eigenen Leute“ nicht leicht machen… 

Das Sommerfest der PSAG …

(37. KW – 7. bis 13.September 2015)

war eine schöne Veranstaltung. Am 9. September haben sich die Vertreter des psychosozialen Netzwerkes der Stadt wieder auf dem Neustädtischen Markt versammelt, ich habe moderiert, wir hatten schönes Wetter … alles gut! Danke an alle, die beteiligt waren, hier z.B. bei der Auszeichnung von Herrn Baum (links) durch mich, Frau Zinkewitz (GPB), Frau Krug (Stadtverwaltung) und Frau Dr. Tiemann (OB der Stadt).

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Als DJ Ton-Art in Falkensee …

(36. KW – 31. August bis 6.September 2015)

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… zu einer Veranstaltung im Rahmen des Stadtfestes Falkensee. Dietmar Woidke war da und machte das Ganze trotz Regens entspannt und souverän. Ich denke, wir können zufrieden sein mit einem solchen Mann an der Spitze. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass er uns Brandenburger nicht leiden kann und uns deshalb unter die Knute eines Landrates zwingen will, der dann seine Sklaven ausbluten wird.

Ich denke, er will Zahlen und Fakten und Modelle abwägen. Ich denke, wir sollten das auch wollen und nicht wie die Schafe hinter denen herlaufen, die Emotionen immer dann schüren, wenn sie ihnen nutzen und sich ansonsten einen Dreck darum scheren würden.