NVA – Was war das denn ?

(9.KW – 23. Februar – 1. März 2015)

Sonntag, 1. März – ein ganz normaler Tag. „Meteorologischer Frühlingsanfang…“, werde ich von einem Radiosprecher aufgeklärt. Doch ich denke noch einmal nach – da war doch irgendwas? Ja, na klar – Tag der NVA. Ach Du meine Güte …

1979 Feldlager

Junge Leute wissen bestimmt nichts mit der Abkürzung anzufangen, wenn sie nicht gerade im Geschichtsunterricht die DDR behandeln.  Meine Lieblingserklärung war immer: „Das war die Truppe, die den Feind an der Grenze solange aufhalten sollte, bis richtiges Militär kommt“.

Jedenfalls war es gestohlene Lebenszeit – und ohne mein Radio wäre es noch viel trostloser gewesen. Gut, dass dieser ehemalige Gedenktag in Vergessenheit gerät. Anders als der nächste – eine Woche später.

Frauentag – den lasst uns feiern!

Franks Beatkiste – Sendung Nr. 17 vom 22.02.2015

Noch einmal gehe ich in die Zeit zurück, die für mich am stärksten durch intensives Hören von Beatmusik geprägt war, die Siebziger und Achtziger Jahre. Und – das ist ja der Inhalt der Beatkiste – lasse Euch an dem Ausschnitt Musik teilhaben, der den Ost-Beat betrifft. Natürlich habe ich viel internationale Musik, also „Westmusik“ gehört, mich nach Lizenzplatten angestellt, bin mit dem Tonband zu Freunden gefahren, um die Westplatten aufzunehmen und habe Nächte bei Sendungen wie „Wünsch Dir doch mal Tanzmusik“ zugebracht, um begehrte Aufnahmen zu bekommen. In Prag oder Budapest habe ich fast das ganze Geld für Platten ausgegeben, für Jimi Hendrix, Supertramp, James Brown…

Aber ich habe daneben auch immer die einheimischen und die polnischen, ungarischen und tchechischen Platten gehört, von dieser Musik ist die Beatkiste voll. Ich habe in der 17. Ausgabe wieder tief gegraben und Stücke hervorgeholt, die heute kaum oder gar nicht mehr zu hören, aber des Erinnerns sicher wert sind.  Los geht es mit Renft und der „Besinnung“ von 1972, dann durch die Siebziger mit Panta Rhei, Electra, Lift, Omga und anderen bis zu Arno Schmidt und seinem „Aber fliegen“ als Höhepunkt und Abschluss. Viel Spaß!

Die Sendung wurde au sgestrahlt am 22.02.2015 von 17 bis 18 Uhr.

Mein treuer Luftgitarrist …

( 8.KW – 16. bis 22. Februar 2015)

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… hat mich gestern wieder erwartet. Bei der „Disco für Menschen mit Handicap und Freunde“. Und ich habe wieder eine extra AC/DC und Queen – Runde für ihn und seine Mitstreiter gespielt. Klasse.

Jedes Jahr, wenn ich die Freude habe, in Potsdam für die Lebenshilfe – Disco zu spielen, sind die Luftgitarristen dabei und rocken den Saal.

Diese Hingabe an die Gitarrenklänge ist toll, die Freude an der Musik, die Freude, sich wiederzusehen.

Mehr will ich dazu gar nicht schreiben,  es gibt zuviele gefühlsduselige Texte zu dem Thema und viele sind geheuchelt.

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Kommunikation …

( 7.KW – 9. bis 15. Februar 2015)

… ist alles. Kommunikation 1Sagt man manchmal so hin. Aber es ist was dran. Wenn ich daran denke, wieviel Lebenszeit ich dafür aufbringen muss, um Missverständnisse aufzuklären oder besser gleich zu vermeiden, wird mir ihre Bedeutung gegenwärtig. Umso schöner, dass mich jeden Tag kurz vor der Jahrtausendbrücke ein Schild darauf aufmerksam macht. An exponierter Stelle, am Eingang zum Fontane – Klub, in Sichweite des zubetonierten Salzhofufers und mit Blick auf eine Straße, die alle möglichen Bezeichnungen verdient außer denen, die sie offiziell trägt: „Hauptstraße“. Und „Fußgängerzone“. Ein Witz! Das sollte man mal kommunizieren, denn Kommunikation ist alles.

Wird die Ukraine das nächste „Bombengeschäft“?

( 6.KW – 2. bis 8. Februar 2015)

Es ist schon beängstigend, zu erleben, wie sich im ehemaligen „Freundesreich“ UdSSR die Menschen bekriegen. Es tut weh, die einfachen Leute zu sehen, die Haus und Hof verlassen müssen, denen die letzte bischen verbliebene Lebensgrundlage zerbomt wird. Und die Bilder aus Syrien sind ebenso erschreckend. Wenn du dann vielleicht gerade mühsam am Haus etwas renoviert, stellst du dir manchmal vor, wie in einer Sekunde die Arbeit von Jahren – Jahrzehnten gar – in Schutt und Asche gelegt wird. Keine schöne Vorstellung.

Heute habe ich wieder gebaut. Und dabei eine CD von Haindling gehört. Das letzte Stück heißt „Bombengeschäft.“  24 Jahre alt, aber absolut aktuell. Genial. Hier der Original Text von Hans Jürgen Buchner:

 de bombn san a bombngschäft
des beste af der welt
weil bombn heit a jeder braucht
und bombn jeder bstellt
und wenn dann oana
frech werdn mecht
de bombn ausprobiern
dann is für uns des guat und recht
weil mia dann zu eam fliagn
und haun mit unsere bombn
de andern bombn zam
solang bis dann de andern
ihre bombn nimma ham
dann geht des gschäft vo vorn o
daß‘ grad no aso raucht
denn er hod koane bombn mehr
und jetzt wieder oa braucht
und koana frogt
ob guat ob schlecht
wenn’s nur a geld bringt
dann is’s recht

So gesehen ist es ja wohl keine Frage, ob deutsche Waffen in die Ukraine geliefert werden, schließlich gibt`s Geld zu verdienen. Die Frage lautet wohl nur noch: wann.

Franks Beatkiste – Sendung Nr. 16 vom 25.01.2015

Neues Jahr – neues Glück. Die Studio – Gäste sind auf den Februar und März verschoben, so gibt es im Januar eine reguläre Sendung, nachdem es vor einem Monat einen Rückblick auf anderhalb Jahre Franks Beatkiste gab.

Wieder habe ich tief in der Beatkiste gekramt und Songs herausgesucht, die heute wohl kaum noch irgendwo laufen, aber dennoch des Erinnerns wert sind. So einen Renft – Song aus dem Film „Wie füttert man einen Esel“ mit Manfred Krug, Lieder von Angelika Mann und Nina Hagen, Citys und Engerlings jeweils erste Single…

Es lohnt sich wieder – bin ich jedenfalls überzeugt.

Der Tanztee im Fonte ist mein Baby – und er wird geliebt

Der Tanztee im Fonte ist mir schon sehr ans DSC_0227Herz gewachsen. Das musste ich angesichts der für Brandenburger Verhältnisse ziemlich vielen Nachahmer am letzten Dienstag ins Mikrophon rufen. „Das hier ist das Original“, habe ich gesagt. Und es gibt meines Wissens nach auch kein vergleichbares Angebot, dass trotz der Discofox- und Schlagerrunden zwischendurch die Standardtänze nicht vergisst und Rumba, Cha Cha Cha, Walzer, Tango & Co. seinen Raum bietet. DSC_0224Und es ist auch wirklich toll, dieses grandiose Stammpublikum, z.T. „Gäste der ersten Stunde“ zu erleben, das eben nicht nur nach den üblichen Schlagern tanzt, sondern elegant zum langsamen Walzer oder der Rumba über die Tanzfläche schwebt.

Die Verbindung von Party Stimmung und Niveau – sie kann funktionieren. Das stimmt mich immer wieder hoffnungsfroh.

In sich ruhend Freude schenken …

( 5.KW – 26.Januar bis 1.Februar 2015)

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… kann so einfach sein. Oder schwer. Wenn man eben nicht in sich ruht. Das aber scheint mir eine Bedingung zu sein, will man die Genugtuung genießen, die als Effekt zurückfließt, wenn man Freude schenkt. Ohne die ist es nicht wirklich rund, nicht richtig. Und indem der Beschenkte dies fühlt, ist auch seine Freude nicht vollkommen. Blöd.

Ich habe oft Situationen des in mir Ruhens und sind sie mit einer Schenkung verbunden, fühlt es sich gut an, für alle. Ich hoffe, dies noch oft erleben zu dürfen. Manchmal ist es gar nicht schwer…

Das Diktat des Banalen – ein Ballerlebnis

( 4.KW – 19. bis 25. Januar 2015)

Wann haben Sie zuletzt einen Ball besucht? Oder zumindest das, was sich so nennt. Ich habe es mit meiner Frau gestern getan und es war leider eine Enttäuschung. Nicht was das Ambiente und die Bewirtung betraf – der Saal war nett hergerichtet, die Tanzfläche schön dekoriert und für das Bufett sorgte ein Caterer, der in Brandenburg für seine Qualität bekannt ist. Soweit alles gut.

Aber leider musste ich- wie schon häufig in letzter Zeit – das Banale ertragen und erleben, wie eine unkritische und medial manipulierte Menge musikalische Massenware konsumierte, Hauptsache möglichst aktuell und bekannt durch die Gehirn-Folter in den Charts-Musikschleifen.

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