(23.KW – 1. bis 7.Juni 2015)
… Formulare, Formulare. Und darüber hinaus. Gestern haben wir meinen Vater zu uns geholt. Naja, nicht wirklich, er ist seit 25 Jahren tot. Aber die Grabeinfassung, Grabplatte und Grabstein mussten
geholt werden. Vorher – „Antrag auf Einebnung einer Grabstätte“ gestellt, dann „Genehmigung des Antrages auf Einebnung einer Grabstätte“ erteilt bekommen, nun „Vollzugsmeldung zum Antrag auf Einebnung einer Grabstätte“ an das Amt senden..
Dafür ist er nun bei uns. Studienrat Fred Gerstmann.
Wenn man genau hinschaut, ist auf dem Grabstein zu erkennen, dass er 1926 geboren und 1990 gestorben ist. „Meine Jugend“, hat er mal zu mir gesagt, „hat Adolf versaut, die ersten Erwachsenenjahre Stalin. Und Honecker hat es ihm auch nicht leicht gemacht.
So ist er konsequenterweise in der Nacht, als uns die D-Mark kaufte, eingeschlafen. Dem Kohl war nicht zu trauen. Da hatte er wohl recht. Nun ruhe weiter, wir haben Deinem Grab ein schattiges Plätzen in unserem Garten gesucht.


Diese Stadt ist dermaßen fahrradunfreundlich – dass ich das nur als schlechten Scherz empfinden konnte. Aber – und das sollte man eben immer tun – beim genaueren Lesen wurde dann klar, dass diese Arbeitsgemeinschaft, um die es geht, sich zum ziel gesetzt habe „… den Radverkehr in den Brandenburger Kommunen wesentlich zu verbessern…“. Ja, dachte ich mir, so wird ein Schuh draus. Wahrscheinlich wäre eine Überschrift wie „Brandenburg will endlich fahrradfreundlich werden“ zutreffender gewesen. Ich bin sehr gespannt, ob sich da wirklich etwas bewegt oder das Schielen auf den Scheck von 136.000 €, der im Text erwähnt wird, das einzige Motiv für die Aktion war. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
tes Jahr fahre ich vielleicht wieder ein Stück mit einer Gruppe mit, trinke ein/zwei Bier und fahre dann nach Hause. Geht doch!
(19.KW – 4.bis 10.Mai 2015)

