Ich fühle mich heut so wirsch…

 49. Woche (1.-7. Dezember 2014)

Du fühlst Dich was? Du fühlst Dich wie? Na wirsch! Wenn irgend ein Leser jetzt unwirsch reagiert, dann sollte er sich einfach fragen, was das bedeutet. So sind wir im kollegialen Pausengespräch ja drauf gekommen. Eine Kollegin meinte, man solle nicht gleich unwirsch reagieren, wenn es mal nicht so läuft. Ja wie denn dann, fragten wir, etwa wirsch? Wenn es un – wirsch gibt, dann gibt’s auch wirsch – das Gegenteil quasi. Ungeduldig – geduldig. Unordentlich – ordentlich. Das leuchtete ein.

Wirsch also. Was bedeutet das eigentlich. Es müsste ja nach obiger Logik in etwa ausgeglichen, unaufgeregt bedeuten. Schauen wir mal im Duden nach. Dort steht: „ärgerlich; aufgeregt“. Aber: Ist das nicht die Bedeutung von unwirsch? Ja genau. Die weitere Recherche zeigt mir, dass dieses antiquierte Wort erst später mit dem „un“ versehen wurde, aber eben nicht in der gegenteiligen Bedeutung.

Was lerne ich daraus? Die Dinge sind nicht immer wie sie scheinen, die Worte bedeuten nicht immer, was wir vermuten. Und: der Zustand, in dem ich mich befinde, ist mit der Überschrift völlig falsch beschrieben. Ich liege in der Wanne, völlig entspannt mit einem guten Buch und einem Whisky (siehe Foto) – also keinesfalls wirsch.

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So kann ich entspannt in die neue Woche starten, mit ein paar erreichten Wochenend – Zielen – einem angebauten Regal, dem Besuch des Altstadt-Weihnachtsmarktes, dem Lesen in meinem aktuellem Buch… ja, und eine Wortbedeutungsfrage konnte ich auch klären. Ein gutes Wochenende.