Franks Beatkiste – meine Radiosendung

radiosendung wird produziert

Meine eigene Radiosendung läuft seit August 2013 jeden letzten Sonntag auf www.nb-radiotreff.de »»» und seit Januar 2018 auf www.alex-berlin.de

“Franks Beatkiste” – eine knappe Stunde Ost-Beatmusik, von mir ausgewählt, vorgestellt und mit biografischer Würze präsentiert.

Zu allen Sendungen findet Ihr hier Sendedaten und einen Text zum Inhalt. Wer ältere Sendungen hören möchte – einfach bei mir melden! Über WE-Transfer kann ich Sie Euch zur Verfügung stellen. Viel Spaß beim Hören!

Photo: © Jacqueline Steiner

Beatkiste Nr. 59 – auf ALEX Berlin am 19.09.2018, 15:00 Uhr ; auf nb-radiotreff am 30.09.2018, 17:00 Uhr

Die Erinnerung und Neuabmischung einer Sendung vom September 2014, die aus dem Rahmen fällt – soweit das überhaupt geht, ist doch jede Beatkiste ein unverwechselbares Original!

Es geht heute nicht um den Original-Ostbeat, sondern um „Cover Versionen“. Oft keine Interpretationen in eigenem Stil, was eine gute Cover-Version ja ausmacht, sondern der zuweilen arg missglückte Versuch eines Nachspielens, also Kopierens. Ich habe in meiner Plattensammlung gekramt und solche grausame Versionen ausgegraben, aber auch einige gut gemachte Interpretationen von internationalen Songs . Es lohnt sich! So könnt ihr z.B. eine furchtbare Version des Stones-Klassikers „paint it black“ hören, gesungen – oder besser gejodelt – von der goldenen Stimme aus Prag. Oder die „hell raiser“ – Version der Puhdys, an diese Single wird sich so mancher erinnern. Zu den gelungenen Beispielen zählt sicher eine Version von „people get ready“, die Tamara Danz mit Mike Kilian singt – wirklich toll.

Aber auch Ostsongs wurden zuweilen gecovert – „Über 7 Brücken“ ist eines der bekanntesten Beispiele. Auch eine interessante Version von Bieges „Annabell“, interpretiert von Stefan Stoppok ist zu hören.

Auf alle Fälle eine lohnende Sendung, erstmals bei ALEX zu hören und nach 4 Jahren in aufgefrischter Form wieder einmal bei nb-radiotreff.

Ich würde mich über Feedback freuen!

Verlorene Räume…

… stand an der Wand eines Raumes, den es heute nicht mehr gibt. Ich war gestern in Potsdam und habe den Abriss der ehemaligen Fachhochschule miterlebt, es war schon ein komisches Gefühl. Ich habe dort von 2001 bis 2004 studiert, berufsbegleitend. Es war eine spannende, schöne Zeit und ich habe den Prozess des Kampfes um das alte Gebäude bzw. um den Abriss des Gebäudes in den letzten Jahren verfolgt. „Verlorene Räume“ stimmt so gesehen schon, aber in unserer Erinnerung bleiben sie doch erhalten. Und ich habe gute Erinnerungen.

 

 

 

 

 

 

 

Es gingen mir viele Gedanken durch den Kopf, als ich zugesehen habe, wie der Abrissbagger das Gebäude platt machte. So zum Thema Wandel, Erneuerung, aber auch Erinnerung, Bewahrung von Altem… am Ende steht die Frage: Was bleibt? Muss wohl jeder für sich beantworten. Ich war froh, gestern noch rechtzeitig dort gewesen zu sein, ein paar Fotos gemacht zu haben und bin nun neugierig, wie der Platz sich entwickeln wird. Das Leben ist Veränderung.

Beatkiste Nr. 57 vom 29.07.2018

Klosterbrüder/Magdeburg – eine Ostbeat – Legende

Die Klosterbrüder waren zu Gast beim Dorfrock in Schmadebeck – ich war dabei und habe am nächsten Morgen mit den Jungs im Ostrockmuseum Kröpelin gesprochen. In der Beatkiste 57 geht es um die wechselvolle Geschichte der Band, um bleibende hervorragende Songs – wie gewohnt aus dem subjektiven Blick von mir, der ich unter anderem mit der Musik der Klosterbrüder/Magdeburg groß geworden bin.

Erinnert Euch an diese tollen Songs oder seid neugierig auf diese Musik und die Bandgeschichte, falls Ihr sie noch nicht kennt. Es lohnt sich.

Im Interview mit Hans Joachim Kneis und Dietrich Kessler, unterstütz vom Bassisten. Mit dabei unser Gastgeber Rüdiger Kropp vom Ostrockmuseum Kröpelin.

Besinnung…

… so ein Titel der legendären Gruppe RENFT – zu finden auf ihrer LP von 1974. Besinnung – etwas, woran ich des Öfteren denken muss, zunehmend in den letzten Jahren. Vielleicht einfach aufgrund des Alters, der Erfahrungen, der vielen vergeblichen Versuche etwas zu ändern, oder auch der vielen erfolgreichen.

Persönliche Veränderung, wenn sie für mich bedeutsam und nachhaltig war, wenn sie kein Resultat meiner passiven Rolle als Objekt der Umstände, sondern meiner Rolle als Subjekt war, war immer etwas zäh Errungenes, mit Geduld und Bedacht, Ausdauer und einer gewissen Sturheit. Und immer gepaart mit Selbstbewusstsein in seinem eigentlichen Wortsinn, also sich seiner selbst bewusst sein. Sich – und das hat immer nur funktioniert in einem Akt der Besinnung – in Beziehung zu seiner Umwelt zu betrachten, seine Stellung im Gefüge zu rekapitulieren und sich seiner Wünsche, Werte, Bedürfnisse, Träume, heimlicher Begierden, der dunklen Triebe und der reinen Süchte zu erinnern, das alles irgendwie an die Oberfläche zu holen und wenigsten kurzzeitig klar zu sehen. Klappt manchmal. Dann weißt Du plötzlich genau was zu tun ist, um die eine große Sache zu ändern, die in dem Moment das Allerwichtigste für Dich ist.

So schon einige Male geschehen. Das Ergebnis von Besinnung. Eine Technik, wenn man so will, die ich nur empfehlen kann. Besinnt Euch – wenigstens ab und zu!

18.07.2018 – Danke, Erardo

Heute hätte mein 2 Jahre älterer Bruder Bert Geburtstag. Er ist tot. Mein anderer Bruder Fred starb vor 17 Jahren – an Krebs.  Übermorgen hat seine Frau, meine Schwägerin Geburtstag – sie hat Krebs im Endstadium. Der Sensenmann ist unerbittlich.

Gestern ist Erardo gestorben. Ich hatte nicht sehr oft mit ihm zu tun, aber jede Begegnung und jede gemeinsame Unternehmung war etwas Besonderes.

Wir haben uns trefflich über die Niederungen der Kommunalpolitik, über unsere Plattensammlungen, über Musik unterhalten. Ein Mann, der trotz seines gesellschaftlichen Ranges so herzenswarm und menschlich war. Das gemeinsame Musikauflegen im Fonte vor 10 Jahren war ein großer Spaß, die Auswahl als Musiker für ein Familienfest eine große Ehre. Als ich auf einem Trödelmarkt eine Schallplatte von Degenhard erstanden habe, die ich ihm zum Geburtstag schenkte, habe ich mich ein halbes Jahr lang darauf gefreut. Danke, lieber Erardo, dass ich Dich kennen durfte. In meiner nächsten Radiosendung wird es einen Erinnerungssong für Dich geben.

F.Gerstmann

 

50 Jahre Yellow Submarine

… ein willkommenes Jubiläum, den schon lange schlummernden Schreibwunsch endlich zu verwirklichen. Erfahren habe ich davon im Kulturradio vom rbb, das ich in letzter Zeit häufiger im Auto höre, weil mir das Programm der meisten Sender zunehmend auf den Wecker geht. Penentrante Werbung, belangloser Pop, der noch schlimmer wird, wenn man die schlechten Texte auch noch versteht, blöde Witze. Und wenn ein schöner Oldie läuft, kannst Du schon auf den nächsten deutschen Schlager wetten, eine phonetische Umweltverschmutzung der besonderen Art.

Yellow Submarine also, am 17. Juli 1968 fand die Premiere in London statt. Dass ich den Film, den es auch in einer deutschen Fassung gibt, mit seinen surrealen Elementen und skurrilen Figuren, in der die bösen Blue Meanies in die friedliche Welt des unter dem Ozean liegenden Pepperland eindringen, die von den Beatles in ihrem gelben U-Boot mit ihrer Botschaft von Love, Love, Love vertrieben werden, noch nicht im Ganzen gesehen habe, ist ja wohl ein Versäumnis. Die Platte habe ich natürlich, das zehntes Album der Beatles, nun werde ich mir auf alle Fälle den Film besorgen.

Angesichts der unglaublichen trivialen, banalen Masse, mit der die Unterhaltungsindustrie uns überschüttet, ist eine Besinnung auf besondere Platten, Filme oder welche Kunstform auch immer sicher ein Beitrag zu Entschleunigung, Konzentration auf Wesentliches und so etwas wie ein kleines persönliches Genuss- und Achtsamkeitstraining. Wie wichtig so was ist, weiß ich unter anderem aus beruflicher Erfahrung.

Also werde ich jetzt sofort schauen, woher ich die deutsche Filmversion bekomme und sie genießen. Ich freu mich drauf.

 

Beatkiste Nr. 56 vom 30.06.2018

mitten in der laufenden WM komme natürlich auch ich am Fussball nicht vorbei und erinnere mit 3 Songs daran, dass auch dieses Thema im Ostbeat seinen Niederschlag fand, in den Siebzigern gab es ja auch einige Fussballerfolge für DDR-Mannschaften wie den den Europapokalsieg für den 1 FCM 1974, an den ich mich bestens erinnern kann.

Und dann – hinein in den Sommer mit Songs über Sonnenbrand, den FKK und schöne Sommernächte, aber auch schon einen Ausblick auf die nächste Sendung, die sich mit dem diesjährigen Gast beim Dorfrock in Schmadebeck beschäftigen wird – den Klosterbrüdern, später Gruppe Magdeburg. Vielleicht sehen wir uns ja am 6.Juli vor Ort.

Bis dahin allen einen schönen Sommer!

Beatkiste Nr. 55 vom 27.05.2018

in memoriam – HOLGER BIEGE

Der am 19. September 1952 in Greifswald geborene Sänger, Pianist, Komponist, Texter und Arrangeur Holger Biege lebte zuletzt bei Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen, am 25. April 2018 starb er in einer Klinik in Lüneburg.

Er schloss er sich 1975 zuerst der Schubert Formation an, um ab 1976 eine Solokarriere zu starten. Seine beiden AMIGA-Alben („Wenn der Abend kommt“, 1978 und „Circulus“, 1979) zählten zu meinen Lieblingsplatten, tolle Songs mit wunderbaren Texten, die etwas Eigenes waren und in keine gängige Schublade passten. Mit „Sonnenmeer“ erschien 1982 die letzte Single in der DDR. 1983 kehrte Biege nach einem Gastspiel in der BRD nicht wieder zurück in die DDR. Er ließ sich mit seiner Familie in Hamburg nieder und arbeitete in den folgenden Jahren überwiegend als Arrangeur und Sachverständiger für Musikverlage.

Bei der Vorbereitung zu einer Tournee anlässlich seines 60. Geburtstages erlitt Holger Biege einen Schlaganfall, seitdem war er gelähmt und konnte nicht mehr singen.

Wie gewohnt bekommt Ihr in der 55. Beatkiste meinen persönlichen Blick auf einen DDR – Musiker, der mich sehr geprägt hat.

Beatkiste Nr. 54 vom 29.04.2018

die polnischen Beatanfänge…

In der 54. Beatkiste gehtz es um die Anfänge der Beatmusik in Polen, natürlich um den genialen Niemen, um die Roten Gitarren als die „Beatles von Polen“ und die ersten Beatgruppen der 60`ger Jahre. Neben interessanten Liebhaberscheiben von Polanie oder Rot-Schwarz erklingt Musik von den Skalden, Halina Franckowiak und 2+1, an die sich der Eine oder Andere vielleicht erinnert. Zum Abschluß eine meiner polnischen Lieblingsbands – SBB. Ein schöner Einblick in die frühe polnische Szene, die Euch hoffentlich Spaß macht.

BEATKISTE Nr. 53 vom 25.03.2018

In der 53. Beatkiste schaue ich – in Weiterführung der letzten Sendung, die sich mit den Anfängen der Beatmusik in der DDR in den Sechzigern beschäftigte – auf die entsprechende Entwicklung in Ungarn. Drei Bands sind da vor allem zu nennen, Illes, OMEGA und Metro.
Angangs gehe ich intensiv auf Illes – die „ungarischen Beatles“ ein. Eine Gruppe mit einer typischen Ost-Karriere, nach Erfolgen auch im Westen Auftrittsverbote wegen Äußerungen beim „Klassenfeind“. Dann ein kurzer Blick zu Metro, einer Gruppe, von der auch ich erst später Notiz nahm, weil es sie nur von 1962 bis 1972 gab. Aber inzwischen habe ich zumindestens die zweite LP aus dem Jahre 1970 erstehen können, ein interessanter Blick in frühen ungarischen psychedelischen Rock.
Dann natürlich OMEGA. Spätestens bei diesem Namen erinnern sich auch viele Leute, die ansonsten die Ostmusik eher am Rande wahrgenommen haben, denn OMEGA war in den siebziger und achtziger Jahren ein musikalisches Schwergewicht, hat bis heute eine treue Fangemeinde und ist aktuell wieder auf Tournee – phantastisch.
Wagt also mit mir einen Blick in die Anfänge der Beatmusik in Ungarn, ein interessantes Stück Musikgeschichte, das seine Fortsetzung in einer unglaublich vielfältigen Szene finden wird. Und zumindest zu 4 Gruppen möchte ich Spezialsendungen demnächst machen: Omega, LGT, Fonograf und Skorpio. Tolle Bands!

Viel Spaß!