Alle Beiträge von Frank Gerstmann

Besinnung…

… so ein Titel der legendären Gruppe RENFT – zu finden auf ihrer LP von 1974. Besinnung – etwas, woran ich des Öfteren denken muss, zunehmend in den letzten Jahren. Vielleicht einfach aufgrund des Alters, der Erfahrungen, der vielen vergeblichen Versuche etwas zu ändern, oder auch der vielen erfolgreichen.

Persönliche Veränderung, wenn sie für mich bedeutsam und nachhaltig war, wenn sie kein Resultat meiner passiven Rolle als Objekt der Umstände, sondern meiner Rolle als Subjekt war, war immer etwas zäh Errungenes, mit Geduld und Bedacht, Ausdauer und einer gewissen Sturheit. Und immer gepaart mit Selbstbewusstsein in seinem eigentlichen Wortsinn, also sich seiner selbst bewusst sein. Sich – und das hat immer nur funktioniert in einem Akt der Besinnung – in Beziehung zu seiner Umwelt zu betrachten, seine Stellung im Gefüge zu rekapitulieren und sich seiner Wünsche, Werte, Bedürfnisse, Träume, heimlicher Begierden, der dunklen Triebe und der reinen Süchte zu erinnern, das alles irgendwie an die Oberfläche zu holen und wenigsten kurzzeitig klar zu sehen. Klappt manchmal. Dann weißt Du plötzlich genau was zu tun ist, um die eine große Sache zu ändern, die in dem Moment das Allerwichtigste für Dich ist.

So schon einige Male geschehen. Das Ergebnis von Besinnung. Eine Technik, wenn man so will, die ich nur empfehlen kann. Besinnt Euch – wenigstens ab und zu!

18.07.2018 – Danke, Erardo

Heute hätte mein 2 Jahre älterer Bruder Bert Geburtstag. Er ist tot. Mein anderer Bruder Fred starb vor 17 Jahren – an Krebs.  Übermorgen hat seine Frau, meine Schwägerin Geburtstag – sie hat Krebs im Endstadium. Der Sensenmann ist unerbittlich.

Gestern ist Erardo gestorben. Ich hatte nicht sehr oft mit ihm zu tun, aber jede Begegnung und jede gemeinsame Unternehmung war etwas Besonderes.

Wir haben uns trefflich über die Niederungen der Kommunalpolitik, über unsere Plattensammlungen, über Musik unterhalten. Ein Mann, der trotz seines gesellschaftlichen Ranges so herzenswarm und menschlich war. Das gemeinsame Musikauflegen im Fonte vor 10 Jahren war ein großer Spaß, die Auswahl als Musiker für ein Familienfest eine große Ehre. Als ich auf einem Trödelmarkt eine Schallplatte von Degenhard erstanden habe, die ich ihm zum Geburtstag schenkte, habe ich mich ein halbes Jahr lang darauf gefreut. Danke, lieber Erardo, dass ich Dich kennen durfte. In meiner nächsten Radiosendung wird es einen Erinnerungssong für Dich geben.

F.Gerstmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

50 Jahre Yellow Submarine

… ein willkommenes Jubiläum, den schon lange schlummernden Schreibwunsch endlich zu verwirklichen. Erfahren habe ich davon im Kulturradio vom rbb, das ich in letzter Zeit häufiger im Auto höre, weil mir das Programm der meisten Sender zunehmend auf den Wecker geht. Penentrante Werbung, belangloser Pop, der noch schlimmer wird, wenn man die schlechten Texte auch noch versteht, blöde Witze. Und wenn ein schöner Oldie läuft, kannst Du schon auf den nächsten deutschen Schlager wetten, eine phonetische Umweltverschmutzung der besonderen Art.

Yellow Submarine also, am 17. Juli 1968 fand die Premiere in London statt. Dass ich den Film, den es auch in einer deutschen Fassung gibt, mit seinen surrealen Elementen und skurrilen Figuren, in der die bösen Blue Meanies in die friedliche Welt des unter dem Ozean liegenden Pepperland eindringen, die von den Beatles in ihrem gelben U-Boot mit ihrer Botschaft von Love, Love, Love vertrieben werden, noch nicht im Ganzen gesehen habe, ist ja wohl ein Versäumnis. Die Platte habe ich natürlich, das zehntes Album der Beatles, nun werde ich mir auf alle Fälle den Film besorgen.

Angesichts der unglaublichen trivialen, banalen Masse, mit der die Unterhaltungsindustrie uns überschüttet, ist eine Besinnung auf besondere Platten, Filme oder welche Kunstform auch immer sicher ein Beitrag zu Entschleunigung, Konzentration auf Wesentliches und so etwas wie ein kleines persönliches Genuss- und Achtsamkeitstraining. Wie wichtig so was ist, weiß ich unter anderem aus beruflicher Erfahrung.

Also werde ich jetzt sofort schauen, woher ich die deutsche Filmversion bekomme und sie genießen. Ich freu mich drauf.

 

Beatkiste Nr. 56 vom 30.06.2018

mitten in der laufenden WM komme natürlich auch ich am Fussball nicht vorbei und erinnere mit 3 Songs daran, dass auch dieses Thema im Ostbeat seinen Niederschlag fand, in den Siebzigern gab es ja auch einige Fussballerfolge für DDR-Mannschaften wie den den Europapokalsieg für den 1 FCM 1974, an den ich mich bestens erinnern kann.

Und dann – hinein in den Sommer mit Songs über Sonnenbrand, den FKK und schöne Sommernächte, aber auch schon einen Ausblick auf die nächste Sendung, die sich mit dem diesjährigen Gast beim Dorfrock in Schmadebeck beschäftigen wird – den Klosterbrüdern, später Gruppe Magdeburg. Vielleicht sehen wir uns ja am 6.Juli vor Ort.

Bis dahin allen einen schönen Sommer!

Beatkiste Nr. 55 vom 27.05.2018

in memoriam – HOLGER BIEGE

Der am 19. September 1952 in Greifswald geborene Sänger, Pianist, Komponist, Texter und Arrangeur Holger Biege lebte zuletzt bei Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen, am 25. April 2018 starb er in einer Klinik in Lüneburg.

Er schloss er sich 1975 zuerst der Schubert Formation an, um ab 1976 eine Solokarriere zu starten. Seine beiden AMIGA-Alben („Wenn der Abend kommt“, 1978 und „Circulus“, 1979) zählten zu meinen Lieblingsplatten, tolle Songs mit wunderbaren Texten, die etwas Eigenes waren und in keine gängige Schublade passten. Mit „Sonnenmeer“ erschien 1982 die letzte Single in der DDR. 1983 kehrte Biege nach einem Gastspiel in der BRD nicht wieder zurück in die DDR. Er ließ sich mit seiner Familie in Hamburg nieder und arbeitete in den folgenden Jahren überwiegend als Arrangeur und Sachverständiger für Musikverlage.

Bei der Vorbereitung zu einer Tournee anlässlich seines 60. Geburtstages erlitt Holger Biege einen Schlaganfall, seitdem war er gelähmt und konnte nicht mehr singen.

Wie gewohnt bekommt Ihr in der 55. Beatkiste meinen persönlichen Blick auf einen DDR – Musiker, der mich sehr geprägt hat.

Beatkiste Nr. 54 vom 29.04.2018

die polnischen Beatanfänge…

In der 54. Beatkiste gehtz es um die Anfänge der Beatmusik in Polen, natürlich um den genialen Niemen, um die Roten Gitarren als die „Beatles von Polen“ und die ersten Beatgruppen der 60`ger Jahre. Neben interessanten Liebhaberscheiben von Polanie oder Rot-Schwarz erklingt Musik von den Skalden, Halina Franckowiak und 2+1, an die sich der Eine oder Andere vielleicht erinnert. Zum Abschluß eine meiner polnischen Lieblingsbands – SBB. Ein schöner Einblick in die frühe polnische Szene, die Euch hoffentlich Spaß macht.

BEATKISTE Nr. 53 vom 25.03.2018

In der 53. Beatkiste schaue ich – in Weiterführung der letzten Sendung, die sich mit den Anfängen der Beatmusik in der DDR in den Sechzigern beschäftigte – auf die entsprechende Entwicklung in Ungarn. Drei Bands sind da vor allem zu nennen, Illes, OMEGA und Metro.
Angangs gehe ich intensiv auf Illes – die „ungarischen Beatles“ ein. Eine Gruppe mit einer typischen Ost-Karriere, nach Erfolgen auch im Westen Auftrittsverbote wegen Äußerungen beim „Klassenfeind“. Dann ein kurzer Blick zu Metro, einer Gruppe, von der auch ich erst später Notiz nahm, weil es sie nur von 1962 bis 1972 gab. Aber inzwischen habe ich zumindestens die zweite LP aus dem Jahre 1970 erstehen können, ein interessanter Blick in frühen ungarischen psychedelischen Rock.
Dann natürlich OMEGA. Spätestens bei diesem Namen erinnern sich auch viele Leute, die ansonsten die Ostmusik eher am Rande wahrgenommen haben, denn OMEGA war in den siebziger und achtziger Jahren ein musikalisches Schwergewicht, hat bis heute eine treue Fangemeinde und ist aktuell wieder auf Tournee – phantastisch.
Wagt also mit mir einen Blick in die Anfänge der Beatmusik in Ungarn, ein interessantes Stück Musikgeschichte, das seine Fortsetzung in einer unglaublich vielfältigen Szene finden wird. Und zumindest zu 4 Gruppen möchte ich Spezialsendungen demnächst machen: Omega, LGT, Fonograf und Skorpio. Tolle Bands!

Viel Spaß!

52. Beatkiste vom 25.02.2018

Eiszeit – Die Beatanfänge in der DDR

Nummer 52: Langjährige Beatkisten-Fans werden zu großen Teilen eine Sendung aus dem Jahre 2015 wiedererkennen. Was steckt dahinter: Die kleine Eiszeit mit frostigen Temperaturen, die gerade herrscht, erinnerte mich daran, dass ich vielen Beatkisten-Freunden versprochen habe, noch einmal an die Anfänge des DDR-Beat zu erinnern, die ja im Jahre 1965 durch die sogenannte Eiszeit jäh unterbrochen wurden, als Staatschef Walter Ulbricht gegen die Beatmusik wetterte: „Ich bin der Meinung, Genossen, mit der Monotonie des yeah, yeah, yeah, und wie das alles heißt, sollte man doch Schluss machen. Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der aus dem Westen kommt, kopieren müssen?“
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Freut Euch also auf den ersten Teil meiner Zeitreise in die erste Hälfte der Sechziger Jahre, die in den nächsten Sendungen mit Ungarn und Polen fortgesetzt wird.

7. 2. 2018, 15:00 Uhr Franks Beatkiste auf ALEX Berlin 91,0

Ab heute wird Franks Beatkiste also alle 4 Wochen mittwochs um 15:00 Uhr laufen. Ich bin gespannt auf die Reaktionen. Ein Teil der Sendung ist der Beatkiste vom 24.11.2013 entlehnt, Erinnerungen an Songs aus Polen, Ungarn und der Tchechoslowakei, z.T. mit deutschen Texten im Rundfunk der DDR oder bei AMIGA nachproduziert, wie sie Anfang der Siebziger viel im Radio hierzulande liefen. Kati Kovacz, Skalden, Rote Gitarren? – Da war doch mal was…?

Viel Spaß!

Am 17. Januar 2018 – 1. Franks Beatkiste auf ALEX Berlin im Netz, Kabel und Antenne-Frequenz 91,0

Es ist so weit! Die Beatkiste erobert nun auch die Hauptstadt. Am Mittwoch, 17. Januar um 16 Uhr geht es los, pünktlich zum neuen Jahr, pünktlich zum vergangenen Jubiläum der 50. Sendung!

Ab 7. Februar wird die Sendung alle 4 Wochen Mittwochs um 15 Uhr laufen.

Auf www.alex-berlin.de

im Kabel

über Antenne Frequenz 91,0 Mhz.

 

Und natürlich habe ich mir einiges vorgenommen: Es soll die Rubrik „Geburtstagskind des Monats“ geben, in der Januarsendung ist dies Peter „Cäsar“ Gläser, einer der RENFT – Mannen, später bei Karussell und mit Cäsars Rockband unterwegs, ein würdiger Beginn für die Rubrik.

Außerdem möchte ich noch einmal stärker in den Austausch mit Hörern treten, hoffe auf Eure Musikwünsche, Geschichten zum Ostbeat und Feedbacks zur Sendung. Also schön neugierig sein, schaut mal zum Offenen Kanal der MABB – zu ALEX Berlin.